Gebet der Woche

Gebet zur Woche

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19  - vom 29. Mai 2020

An Pfingsten
hast Du, Jesus, gezeigt,
dass Nähe
Gegenwart
Verständnis
Brennende Leidenschaft
nicht ans Physische gebunden ist
nicht an den Körper
nicht an äusserlich Festhaltbares

Sondern
im Geist
im inneren Feuer
in der Sprache
in den Blicken
in der Freude
in der Gemeinschaft
in der Erinnerung
in all den Geschichten
und all den Melodien,
den alten und den neuen,
bist Du nah
Jesus

Komm und brenn in uns.
Komm und kling in uns,
wenn Ängste,
die unsichere Zukunft,
schlaflose Nächte
uns auflauern.

Komm und erzähl uns
Von der Hoffnung und der Liebe.
Schick uns hinaus in die Gärten,
dass wir Dein Licht pflücken
und es in unsere Stuben
und hinaus in die Welt tragen.

Komm und erzähl uns
von den zukünftigen Tagen
vom neuen Himmel
von der neuen Erde
von Allem, was kommt
und schon ist.

Dann können wir das Leben
wieder feiern.
Das bruchstückhafte,
zerbrechliche Leben,
das Du uns
Jesus
unermüdlich
entgegenstreckst.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

 

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19  - vom 22. Mai 2020

«Der Himmel, der ist, ist nicht der Himmel, der kommt, wenn einst Himmel und Erde vergehen.

Der Himmel, der kommt, grüsst schon die Erde, die ist, wenn die Liebe das Leben verändert.»

                                                                      Kurt Marti (Lied 867 im ref. Kirchengesangbuch)

 

Die Corona-Zeit.
Sie ist ein neues Kapitel.
Die Seite wird umgeschlagen,
und plötzlich ändert sich die Geschichte.
Ändert sich alles.

Die Corona-Zeit.
Manchmal kommt sie mir so vor,
als ob das Leben uns jetzt zurufe:
Nichts ist beständig!
Wenn Du etwas festhältst,
dann nur, um es in demselben Moment
wieder freizugeben.

Die Corona-Zeit.
Ein Vakuum der Verlangsamung
Ein Kondensat aufs Wesentliche
Ein Spiegel
Ein Hinhören
Ein Himmel ohne Kondensstreifen.

Was rufst Du uns zu, Gott,
in dieser sonderbaren Zeit?
Wenn nun die Seifenblase platzt,
die Strassen sich wieder füllen,
die Schnelligkeit wieder beginnt
pulsierend den Takt zu schlagen.

Was rufst Du uns zu, Gott,
in diesem neuen Kapitel
mit seiner unerwarteten Wendung?

Ich möchte still werden.
Noch einmal.
Jetzt umso mehr.
Die Maske abnehmen.
Bei Dir, Gott,
muss ich keinen Abstand wahren.
Ich möchte hinhören
unverstellt
offen und ehrlich,
in das atmende Leben
in den Himmel
in die Tiefe des Meeres.

Überall bist Du
Wartest Du
Gott
Mit Deinen Liedern
Und sammelst
All das Vergangene
All das Neue
Alle Zukunft
In Deinem Krug.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19  - vom 15. Mai 2020

Sei mit uns
Gott
Wenn wir uns wieder begegnen
Wenn wir wieder zusammensitzen
Um einen Tisch versammelt
Auf einer Bank
Auf dem Sofa im Wohnzimmer
Auf Besuch

Was früher so selbstverständlich war,
unbeachtet fast,
ist jetzt plötzlich
ganz neu

Sitze mit uns
An den Tisch
Gott

Reich uns die Hand,
die ersehnte,
die so lange
verbotene
Hand

Die Hand,
die trotz Corona
sich traut,
den Blick der Menschlichkeit
nicht zu vergessen

Die Hand,
die berührt
umarmt
tröstet
ermutigt.

Wir brauchen sie,
diese Hand,
Gott,
lass sie uns nicht vergessen.

Sei mit uns
Gott,
wenn wir uns nicht wagen
einander zu berühren.

Sei mit uns,
wenn die zwei Meter Distanz
dennoch
eigenartig
einsam macht.

Sei mit uns
Gott,
durchbrich all die unsichtbaren Schranken
mit Deinem Blick.
Hülle uns ein
in Dein Kleid voller Würde und Liebe.

Und rufe uns zurück
aus dem Gestern
ins Heute
ins Jetzt

Du bist da.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19  - vom 8. Mai 2020

Bald gehen die Schulen auf
Läden und Restaurants
Das Normale winkt uns zu
Und doch
ist es anders
und doch
ist es noch nicht vorbei.

Gott
lerne uns
wieder leichtfüssig
und unbeschwert
zu gehen,
uns zu begegnen
dort, wo wir es dürfen.
Und schlage Brücken,
wenn wir uns die Hände nicht reichen können,
den Abstand wahren müssen.

Lass die Menschlichkeit
und Wärme
lauter rufen
inmitten aller Empfehlungen
und Massnahmen.

Schenke uns Geduld,
ein gutes inneres Gleichgewicht
und helle Gedanken.
Umarme uns
im Allein-Sein
im Durchhalten
im Wirr-Warr der Nachrichten.

Strecke Deine liebende Hand
in alle Ecken der Welt aus.
COVID-19 hat Spuren hinterlassen:
schmerzhafte
bedrohliche
existenzielle
wegweisende.

In Deinen Händen
Gott
können aus Spuren
Bausteine werden

Bausteine des Lebens und der Hoffnung.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19  - vom 30. April 2020

Ein Aufatmen liegt in der Luft,
Gott,
ein Silberstreifen am Horizont.
Schenke uns Kraft.
Heute will ich allem Missmut,
dem leisen Ärger und auch dem lauten,
den Ängsten
dem Ungeklärten und Unvorhersehbaren,
Vertrauen entgegensetzen können.

Der Wind erzählt von einem Neubeginn.
Gott,
gib uns Mut.
Heute will ich das Neue bewahren,
es hüten wie ein kostbarer Schatz.
Zurückschauen,
staunen können,
was alles möglich ist,
wenn alles stillsteht.
Heute will ich sehen können,
dass es doch einen Weg gibt.
Trotz allem.
Heute und auch morgen.

Ein Aufatmen liegt in der Luft.
Gott,
erfülle unser Herz mit Dankbarkeit.
Heute will ich Dich loben,
dass ich gesund sein darf.
Und ich will an die denken, die es nicht sind.
Sei Du da, wo das Leben bricht,
wo Menschen chancenlos bleiben.
Ich weiss,
das Leben ist zerbrechlich.
Mit und ohne Corona.
Für uns alle.

Ich danke Dir Gott,
dass ich all das Zerbrechliche
Dir zutrauen darf.
Ich weiss,
Du hältst es aus.
Für mich, für uns.
Du bewahrst es
in Deiner Liebe,
in Deinem Lebensatem,
auf ewig.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19  - vom 24. April 2020

Manchmal muss ich das Radio abstellen, Gott.
Manchmal schalte ich die Nachrichten nicht ein.
Lege die Zeitung beiseite.
Entziehe mich all dem Unkontrollierbaren,
dem Übermächtigen, dem Traurigen,
der Ohnmacht, den offenen Fragen.
Manchmal bleibt mir nichts anderes übrig,
als all das, was mich verunsichert,
mich aufwühlt, mich ängstigt, Dir hinzulegen.
Nimm all das zu Dir, Gott.
Lass es uns eine Weile in Deine Hände legen.
Nur eine Weile, bis die Kraft zurückkehrt
hinzusehen, hinzuhören.

Oft denke ich dann an alles, was mir schon Gutes
geschehen durfte.
An alles, für das ich dankbar bin.
An alles, was ich trotz allem geschafft habe.
Auch das lege ich zu Dir, Gott.
Ich werfe einen Blick zum Himmel.
Bei Dir liegt alles so nahe beieinander.
Das Helle und das Dunkle.
Das Vollkommene und das Bruchstückhafte.
Das, was war und das, was noch kommen wird.
Hell leuchtende Sterne am dunklen Nachthimmel.

Ich pflücke aus Deiner Hand, Gott
die Sterne der Hoffnung.
Ich nehme sie mit in meine Wohnung,
in mein Herz und gebe sie weiter.

Du bist da.
Begleite uns auf unseren Wegen
in dieser Zeit.
Begleite und stärke uns auf dem Weg
zurück in den neuen alten Alltag.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19  - vom 17. April 2020

Wegen Corona.
Da ist ein Brieflein, das fröhlich dem Nachbarjungen vom Balkon in den Garten flattert.
Ich vermisse dich, obwohl ich täglich vom Balkon her mit dir sprechen kann. Aber zusammen spielen dürfen wir nicht.
Das ist schwer.
Wegen Corona.
Da liegt ein Ostergruss für einsame Grosseltern im Briefkasten.
Eine Karte, eine Zeichnung. Ein Winken, ein Gruss.
Eine Einkaufstüte liebevoll gepackt.
Nachrichten voller Sehnsucht.
Wegen Corona.
Da waren Ostertage, ganz anders als sonst.
Vieles ist anders.
Vieles fehlt.
Vieles ist aber auch geschenkt.
Neu schön und neu gut.

Gott, bewahre die Sehnsucht nach Begegnung und Nähe.
Doch sei Du da, wenn das Sehnen schmerzt.
Wenn Kontakte, geliebte Menschen, Umarmungen fehlen.
Und wenn alle Arbeit im Garten, im Haus,
wenn Lesen und Musik hören
das Tanzen, Basteln und Singen
und all die Filme
nicht mehr ablenken können
und unser Sehnen sich breit macht
in Seele und Gedanken.
Sei Du da.
Begegne uns.

Gott, bewahre die Sehnsucht nach Lebendigkeit.
Sei Du da, wenn wir uns nach Freiheit und Bewegung sehnen.
Wenn das Begrenzt-Sein uns einengt.
Wenn die Sorge und die Not Anderer uns überwältigt.
Wenn die Sorge um Gesundheit uns überfällt.
Wenn Ohnmacht uns lähmt.
Wenn alles zu viel wird.
Sei Du da,
wenn wir uns freuen,
trotz allem lachen können,
einander Gutes tun.
Mache unsere Herzen grenzenlos weit.
Erfülle uns mit Ruhe und Lebenskraft.
Stärke unseren Durchhaltewillen und
bewege uns aufeinander zu.
Jetzt, wegen Corona,
aber auch in all den Tagen,
die noch kommen.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19 - vom 9. April 2020

Sonnenlicht im Fenster.
Knospen an den Ästen.
Blühende Magnolienbäume.
Das Leben ruft seine Farben
in den Tag hinein,
als ob nichts wär.

Und doch,
was wird sein?
Wie lange noch, Gott?
Das Ungewisse nagt.
Die Tage zu Hause ziehen sich hin.
Vieles spielt sich ein.
An Anderes gewöhnen wir uns nicht.
Nicht an die Atemschutzmasken.
Nicht ans Einkaufen mit Handschuhen.
Nicht an die steigenden Zahlen
der Infizierten und Toten.
Nicht an die fehlende Gemeinschaft
und all das Ausbleibende.
Vieles macht sprachlos.

Und doch
da war einer,
der aus der dunklen Höhle
hervortrat ins Licht
hindurchschritt durch all die Angst
und all den Tod,
um Leben zu säen.
Leben in Fülle.

Jesus
Rufe uns Auferstehung zu,
Im Blühen
Im Sonnenlicht
In all den Farben und in der Frühlingsluft.
Ich öffne die Fenster meiner Seele
und lüfte all das Modrige hinaus.
Du bist da.
Du streckst mir Leben entgegen.
Trotz allem.
Die Welt steht mir offen.
Anders
und doch
unendlich
weit
in Dir.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19 - vom 3. April 2020

Ich zünde eine Kerze an,
stelle sie in eine Laterne.
Das Licht flackert.
Der Wind bläst kalt und jäh.

Es tröstet mich, Gott,
zu wissen, dass da draussen
auch andere, gerade jetzt,
ein Licht anzünden.
Es tut gut zu wissen, nicht allein zu sein,
mit all der Ohnmacht
und all den Fragen.
Mit dem neuen Normalen.
Mit dem Sich-Begrenzt und verletzlich fühlen.
Mit dem Bangen um Gesundheit.
Mit der Sorge um die Not der Vielen, die dieser Pandemie
so schutzlos ausgesetzt sind.
Ich weiss, ich bin nicht allein.
So wie ich am Fenster stehe,
das kleine flackernde Licht fest im Blick,
stehen andere mit mir.
Ich halte an der Hoffnung fest,
gemeinsam mit Vielen.

Eile uns entgegen Christus
Mit Deinem Licht.
Steh mit uns an den Fenstern
Auf den Balkonen und Terrassen.
Mach unsere Herzen hell und weit
mit Deiner grenzenlosen Hoffnung
und Deiner unverschämten Zuversicht.

Eile uns entgegen, Gott,
mit Deiner Wärme,
wenn wir überfordert sind,
wenn Ohnmacht und Leere
sich in uns breit machen.
Dann singe uns Freude und Lebensmut
entgegen
und lass die hellen Momente
heller leuchten
als all die dunklen Stunden.

Amen.
Pfrn. Katharina Steinmann

 

ORIENTIERUNG

Mein Herz, diese Sonnenblume
auf der Suche
nach dem Licht.
Welchem
der lang vergangenen Schimmer
hebst du den Kopf zu
an den dunklen Tagen?

Hilde Domin

Ein Gebet zur Woche in der Zeit von COVID-19 - vom 27. März

Gott
wir sind zurückgezogen.
zu Hause
bleiben wir.
Die eigenen vier Wände
sind plötzlich eine Burg.
Schützend, begrenzend.
Alles, was aussen ist, ist unsicher.
Jeder Handgriff,
jeder Schritt,
sollen wir ihn tun?
Was wird sein?

 

Die Gesichter von vertrauten Menschen
nur noch am Bildschirm.
Ihre Stimmen nur noch am Telefon.
Begegnungen am Fenster. Ich hier, Du dort,
auf der anderen Seite.
Umarmen dürfen wir nicht mehr alle.
Hände schütteln wir nicht mehr.
Beim Einkaufen ist es still, bedrückt.
Leer.
Social Distancing.

Und doch
Es öffnen sich neue Räume
Die Stille im Wohnzimmer lässt mich hinhören.
Und ich höre das Pfeifen der Vögel wieder.
Ein Kinderlachen.
Ich tue Dinge, die lange aufgeschoben wurden.

Zeit ist da
plötzlich fast zu viel,
anders viel und auch anders wenig.
Alles ist anders.
Zurückgeworfen aufs Wesentliche
verblasst so einiges, das zuvor den Alltag
hartnäckig bestimmt hat.
Neues fordert heraus.

Es öffnen sich neue Räume.
Ein freundliches Winken,
ein Gruss,
ein Balkongespräch,
eine liebe Nachricht,
Kinder schicken Seifenblasen als Gebete in die Nachbarschaft.
Bleib gesund. Bleib gesund. Bleib gesund.

Eile uns entgegen Gott
Mit Deiner Nähe
Mit Deiner Umarmung.
Dort, wo wir verunsichert sind.
Dort, wo wir nicht wissen, wie es weiter gehen soll.
Dort, wo die Angst vor diesem Virus uns einholt.
Umarme uns.

Baue Brücken, Gott, hier und dort.
Zwischen den geschlossenen Türen
den Fensterscheiben
den Telefonhörern
und den Bildschirmen.

Bilde Brücken der Liebe.
Schenke Kraft und Zuversicht
in die Spitäler, in die Läden, in die Firmen, und in jedes Heim.
Eile uns entgegen mit Deiner Umarmung
und berge uns in Deiner schützenden Hand
Gott.

Amen.

Pfrn. Katharina Steinmann

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